ROS aktuell

Dissertation von Mirjam Loewe-Baur

Mai 2017

In der Schriftreihe zur Kriminologie und Kriminalprävention ist unter dem Namen: "Der Risikoorientierter Sanktionenvollzug (ROS) – Ergebnisse und Erkenntnisse einer Evaluation" Mirjam Loewe-Baurs Dissertation veröffentlicht worden. Das Buch kann direkt beim Dike Verlag bestellt werden.

Auszug aus dem Klappentext:

"Der vorliegende Band gibt einen Überblick über den schweizerischen Sanktionenvollzug und geht vertieft auf das Konzept der Risikoorientierung ein. Es folgen die Resultate einer Ergebnisevaluation des Modellversuches. Anhand einer Stichprobe von Verurteilten wurden die Gütekriterien des neu konzipierten Triageinstruments «Fall Screening Tool (FaST)» überprüft sowie Rückfallanalysen durchgeführt, um die Basis für eine Wirksamkeitsüberprüfung von ROS zu legen. Die präsentierten Ergebnisse und Erkenntnisse ergänzen die laufenden Diskussionen zur Entwicklung des Sanktionenvollzugs um eine kriminologisch-wissenschaftliche Perspektive."


Fact Sheet zum Fall-Screening-Tool

März 2017

Das aufgeschaltete Fact Sheet basiert auf dem Schlussbericht vom 18. Oktober 2013 zur ROS-Ergebnisevaluation der Universität Zürich (UZH) und der Dissertation von Loewe-Baur (im Druck) , die im Sommer 2017 beim Dike Verlag unter dem Namen: Der Risikoorientierte Sanktionenvollzug (ROS) - Ergebnisse und Erkenntnisse einer Evaluation, veröffentlicht wird.

Die Erkenntnisse aus dieser erweiterten Evaluation von FaST werden zu ROS als Gesamtkonzept in Bezug gesetzt. Im Rahmen der ROS-Ergebnisevaluation wurden in einer retrospektiven Studie Fälle des Kantons Zürich untersucht (Fallabschluss 2004/2005). Anhand von Verurteilungen 1, 3 und 6 Jahre nach Fallabschluss wurde ermittelt, ob FaST bei erneut straffällig gewordenen Personen Abklärungsbedarf ausgewiesen hätte. Von besonderem Interesse war, inwiefern C-Fälle gehäuft Gewalt-/Sexualdelikte begingen. Es wurde zudem erhoben, in welcher Deliktkategorie (Gewalt-/Sexualdelikte, allgemeine Delinquenz) es zu erneuten Straftaten kam.

Fact Sheet FaST

Zentrale Erkenntnisse

  • Die erweiterte wissenschaftliche Überprüfung von FaST bestätigt dessen Eignung als Screening-Instrument.
  • FaST ist kein Prognoseinstrument. Es hat die Funktion, Abklärungsbedarf zu identifizieren.
  • Abklärungsbedarf wird insbesondere bei Personen identifiziert, die nach der FaST-Anwendung Delikte im Bereich schwerer Gewaltdelinquenz begingen.
  • Bei Personen ohne Abklärungsbedarf, die nach der FaST-Anwendung dennoch ein Gewaltdelikt begingen, handelt es sich fast ausschliesslich um Ersttäter / Ersttäterinnen in dieser Deliktkategorie.
  • Bei den Gewaltdelikten, die Personen ohne Abklärungsbedarf nach der FaST-Anwendung begingen, handelt es sich fast ausschliesslich um solche mit einem geringen Schweregrad.
  • Nach der erweiterten Evaluation können die FaST-Kategorien in Bezug auf Abklärungsbedarf betreffend allgemeiner Delinquenz klarer voneinander abgegrenzt werden.
  • Die vom restlichen ROS-Prozess losgelöste Anwendung von FaST greift zu kurz, weil mittels Screening-Instrument keine differenzierte Prognose gestellt werden kann.
  • Die Planung der zu vollziehenden Sanktion wie auch Progressionsentscheide basieren massgeblich auf den Erkenntnissen aus den Prozessschritten Abklärung, Planung und Verlauf.


Kooperation SAZ und ROS-Administration

September 2016

Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) hat dem Schweizerischen Ausbildungszentrum für das Strafvollzugspersonal (SAZ) den Auftrag erteilt, für alle am Vollzug beteiligten Stellen Bildungsangebote zum delikt- und risikoorientierten Fallmanagement sowie zum Umgang mit Straftätern / Straftäterinnen mit erhöhten Risiken zu schaffen. Zusammen mit der ROS-Administration erarbeitet das SAZ ein Schulungsangebot, das einerseits ROS-unabhängiges Grundlagenwissen der Risikoorientierung sowie andererseits ROS-spezifische Kurse, z.B. zur Anwendung von ROSnet, umfasst. Das Kursangebot ist auf der Website des SAZ publiziert.


Beschluss: Einführung ROS in der gesamten Deutschschweiz

April 2016

Die Konkordatskonferenz des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und Innerschweiz hat mit Beschluss vom 22. April 2016 entschieden, ROS ab dem 1. Januar 2018 einzuführen. Durch Anschluss der Kantone AG, BE, BL, BS, NW, OW, SO, SZ, UR und ZG wird ROS künftig in der Deutschschweiz flächendeckend angewandt.


Publikation: Kriminalistik

September 2015

Dr. Thomas Manhart, Leiter des Amts für Justizvollzug im Kanton Zürich und Daniel Treuthardt, Leiter der ROS-Administration, verfassten für die "Kriminalistik", der unabhängigen Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis, einen Artikel zum Risikoorientierten Sanktionenvollzug.

Artikel Kriminalistik 09/15


Beschluss: Einführung ROS im OSK

April 2015

In den Kantonen des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats (OSK) wird ROS flächendeckend eingeführt. Dies haben die für den Justizvollzug zuständigen Regierungsmitglieder der Kantone ZH, SG, TG, SH, GL, AI, AR und GR einstimmig beschlossen. Bis zum Einführungstermin im Mai 2016 werden die Mitarbeitenden geschult und die konkordatlichen und kantonalen Regelungen entsprechend angepasst.


ROS Tagung

30. Januar 2015

Mit ROS steht ein erprobtes Konzept des Risikomanagements zur Verfügung. An der ROS Tagung vom 30. Januar 2015 wurden die ermutigenden Erkenntnisse aus dem Modellversuch erstmals einem breiteren Fachpublikum präsentiert. Thematische Foren sowie eine Podiumsdiskussion erlaubten den kritischen Erfahrungsaustausch über Praxis und Perspektiven der Risikoorientierung.

Tagungsbericht

Kurzfilm SAZ, ROS Tagung vom 30.01.2015


Medienkonferenz

19. August 2014

Nachdem das Bundesamt für Justiz den Schlussbericht zum Modellversuch ROS genehmigt hatte, trat der Zürcher Regierungsrat Martin Graf vor die Medien.

Beitrag SRF, Tagesschau vom 19.08.2014